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Der Gründung der Bünder Schützengesellschaft im Jahre 1838 haben keineswegs die Absichten und Aufgaben der mittelalterlichen Schützengilden zugrunde gelegen. Diese sind zwangsläufig aus der Not der damaligen Städte und Siedlungen entstanden, sich gegen die vielen größeren und kleineren Fehden und Zänkereien zwischen rivalisierenden Fürsten, Rittern und Stadtherren zu schätzen. Die „Schützen" waren eine Auswahl von jungen Männern, die neben der normalen Bürgerpflich zur Selbstverteidigung, in einer „Mannschaft" besonders ausgebildet und im Waffenhandwerk geübt wurden. Wenn die Wachen Alarm schlugen, waren sie bereit, die Stadt vor dem Schlimmsten zu bewahren. Fast überall schlossen sich in dieser Zeit des 16. Jahrhunderts die „Schützen" zu eihner besonderen „Gilde" zusammen. Sie gaben sich feste Satzungen und Ordnungen, übten sich regelmäßig im Gebrauch der neuen Feuerwaffen und feierten jährlich ihr Fest, das sogenannte „Freischießen", wie es uns aus Schilderungen verschiedener alter Schriften überliefert worden ist. Diese Zeiten aber waren längst vorbei, als sich in Bünde eine große Anzahl von Bürgern zur Gründung eines „Schützenvereins" zusammenfand. „Die hiesige Bürgerschaft hat gestern zur Beförderung des Gemeinsinns und der Eintracht die Einrichtung und Feyer eines alljährlich wiederkehrenden Schützenfestes beschlossen.", schrieb am 8. Juli 1838 der Justizkommissair Beckhaus im Namen des gewählten Vorstandes an den Bürgermeister Rüter. Gemeinsinn und Eintracht und der Wunsch, ein Fest zu feiern, das alle Einwohner Bünde ohne Unterschied des Standes umfassen sollte, waren also die Beweggründe für das Entstehen des Bünder Schützenvereins. Zu keiner Zeit in der Geschichte von Gesellschaft und Bataillon ist von diesem Ziel abgewichen oder je der Anspruch darauf erhoben worden, als „militärisch" oder „militärähnlich" angesehen zu werden. Wohl ist beim Auftreten unseres Schützenbataillons stets Ordnung und Disziplin gehalten worden, so wie das auf allen Ebenen des bürgerlichen Zusammenlebens üblich und wünschenswert ist oder gerade im demokratischen Gemeinwesen erforderlich sein muß. Schon unser von der üblichen Uniform der Schützen abweichende schwarze Anzug auf die auf reine Geselligkeit ausgerichtete Zielsetzung unserer Gesellschaft hin, wenngleich die Gliederung in Bataillon und Kompanien von den alten Schützengilden übernommen worden ist. Auch das Tragen von Säbeln und das Exerzieren mit Holzgewehren in der Vergangenheit entspricht den überlieferten Vorbildern. Äußere Formen und Gepflogenheiten haben sich den Zeiten angepaßt, wie jede Tradition in Äußerlichkeiten Wandlungen unterworfen ist. Treu geblieben aber sind wir unseren Idealen und Vorstellungen von Vaterlands- und Heimatliebe, von Kameradschaft und Gemeinsinn und vom Erhalten bewährter Traditionen. Wer das als Militarismus deuten will, hat den Geist unserer Schützengesellschaft weder erlebt noch verstanden oder will mit einem Schlagwort des „Zeitgeistes" das Gute und Bewährte diffamieren, ohne sich selbst der Mühe zu unterziehen, Aufgaben für die Gemeinschaft zu übernehmen. Wir Schützen halten nichts von einem „Zeitgeist", der den disziplinierten Schuß auf eine Ringscheibe verachtend kritisiert, aber das nächtlich-feige Sprühen von Parolen an Mauern und Wänden oder das vermummte Auftreten von Demonstranten mit „heimlichem Beifall" beklatscht. Bis heute hat das Schützenbataillon seine Ziele hochgehalten und über alle Höhen und durch alle Tiefen hinweg unbeirrt bis heute verfolgt. Was sich über eine so lange Zeit gehalten und bewährt hat, braucht den Beweis für seine Berechtigung und Richtigkeit sicher nicht mehr anzutreten. |
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