ADRESSE Steinmeisterstraße 13-15 Postfach 2925 32229 Bünde
KONTAKT email: info@bsg1838.de
Copyright H.-W.Wöhrmann

Dienstgrade in der Schützengesellschaft

Alberner Militarismus oder gelebte Tradition?

Zugegeben, es ist nicht ganz einfach, Außenstehenden zu erklären, warum es in einem Schützenverein Dienstgrade gibt. Die einfachste Antwort wäre:

Das ist halt so! Aber um es besser zu verstehen, blicken wir auch hierzu etwas in die Geschichte der Schützenvereine. Diese finden ihren Ursprung zu

Anfang des 19. Jahrhunderts oder sogar schon früher. Der Gründungszweck war das Vorhalten einer „kommunalen Bürgerwehr“ zum Schutz der

Familien eines Ortes. Diese konnten ihren Auftrag natürlich nur in einer hierarchischen Organisationstruktur erfüllen, und schon sind wir bei den

Dienstgraden.

Heute ist der Bürgerschutz dem Schießsport, der Traditions- und Heimatpflege, der Netzwerkbildung und der Geselligkeit gewichen. Geblieben sind

allerdings die historischen Uniformen mit den Rangabzeichen und die militärisch anmutenden Organisationsstrukturen.

Dienstgrade sind heue nur noch sichtbarer Ausdruck der Länge von Vereinszugehörigkeit, Engagement und der Bereitschaft, sich in die

Schützengesellschaft durch Übernahme von Funktionen einzubringen. Die Beförderungen sind somit ein willkommenes Instrument, öffentlich zu

würdigen und zu motivieren.

In der Bünder Schützengesellschaft heißt der Einstiegsdienstgrad „Schütze“. Während der weiteren Karriere werden die Dienstgradgruppen „Gefreiter“

und „Unteroffizier“ durchlaufen. Jahre später, einhergehend mit der Erwartung, dass man zum Beispiel eine Debütantenrede hält und besonders hart

um die Königswürde ringt, kann der Ruf ins Offizierscorps erfolgen.

Aber: Beförderungen unterliegen keinem Automatismus. Darüber entscheidet alljährlich ein Beförderungsausschuss.

Die Uniform der Bünder Schützen

Das Bünder Schützengrün ist schwarz

Nicht nur außerhalb der eigenen Stadtgrenzen werden die Bünder Schützen auf ihre Uniformen angesprochen, welche sich von denen anderer

Schützenvereine der Region oftmals sehr unterscheiden. Deshalb hier ein kurzer Ausflug in die Geschichte dieser Uniform, bei der auch die

Vereinsfarben rot und weiß eine große Rolle spielen.

Der Anzug

Schon bei Gründung der Bünder Schützengesellschaft wurde ein einheitliches Auftreten der Schützenbrüder festgelegt. Abgesehen davon,

dass so ein straff organisierter Schützenverein natürlich eine Uniform brauchte, wurde damit ein tiefer liegender sozialer Aspekt verfolgt. Der

Schützenverein sollte nämlich allen Bürgern, unabhängig von ihrem sozialen Stand, gleichermaßen offenstehen. Und damit hierbei nicht schon

an der Kleidung eventuelle Unterschiede erkennbar wurden, sollten alle gleich aussehen. Also Uniform zur Verhinderung von Ausgrenzung.

Dieser Anspruch wurde in Bünde ganz pragmatisch durch die Erkenntnis umgesetzt, dass damals Jedermann über einen schwarzen Anzug

bzw. Gehrock verfügte. Also kürte man diesen kurzerhand zum Schützenanzug, und schon war die Bekleidungsfrage gelöst.

Offiziere erhielten zudem eine Schärpe in den Farben der Bünder Schützen, also rot und weiß, welche auf schwarzem Tuch besonders gut zur

Geltung kamen und sie durften außerdem einen Degen tragen. Letzterer wurde schon vor vielen Jahren abgeschafft. Heute dürfte er gem.

aktuellem Waffenrecht auch nicht mehr zugelassen sein.

Die Schützenmütze

Man beauftragte den örtlichen Mützenmacher Witte damit, eine einheitliche Kopfbedeckung zu entwerfen. Von diesem stammt also, passend

zum schwarzen Anzug, das Modell eines schwarzen Tschakos mit dem markanten weiß-rot-weißen Band und hochglänzendem schwarzen

Mützenschirm. Die Vorderseite der Mütze ziert eine Hoheitskokarde in den Farben schwarz /rot /weiß nach dem Vorbild damaliger

Uniformmützen und ein stilisiertes Eichenlaub als Symbol für die Tugenden des Schützenwesens, nämlich Treue, Ehre und Standhaftigkeit. Und

genau so wird diese Mütze noch heute ausschließlich nur für die Bünder Schützen hergestellt und stolz von ihnen getragen.

Die Uniform heute

Diese Grundform der Bünder Schützenuniform wurde im Laufe der Jahrzehnte in Details immer mal wieder modischem Empfinden oder

allgemeinen Gepflogenheiten des Schützenwesens angepasst. So tragen die Dienstgradgruppen Schütze und Unteroffizier den schwarzen

Anzug wie beschrieben, die Offiziere in Abwandlung bei besonderen Anlässen einen Stresemannanzug, Schärpe und weiße Handschuhe und

bei dem besonders festlichen Winterball den Gesellschaftsanzug.

Heute gilt die Bünder Schützenuniform als eines der traditionellen Markenzeichen unserer Gesellschaft.

Damen in Schützenuniform

Von Entsetzen bis Begeisterung

Die aktive Mitgliedschaft in der Bünder Schützengesellschaft von 1838 e. V. war in den ersten 160 Jahren ihrer Geschichte

ausschließlich den Herren der Schöpfung vorbehalten. Und das obwohl die Damenwelt in dem Vereinsleben von Anbeginn eine

große Rolle gespielt hat. Dabei denken wir zuerst an die lange Reihe bezaubernder Königinnen, welche alljährlich Seine

Majestät bei seinen schweren Aufgaben unterstützt haben und natürlich die vielen hübschen Hofdamen in ihren festlichen

Kleidern. Natürlich dürfen wir die Schützenschwestern nicht vergessen, welche schon immer in der Sportschützenabteilung

große Erfolge erzielen konnten.

Im Laufe der Jahre entstand allerdings der Wunsch vieler unserer Schützendamen, aktiver an der Gestaltung des

Schützenlebens teilzuhaben und Mitgliedschaft zu erwerben. Daraus entwickelte sich mit den Jahren die sogenannte

Damenriege, welche das ganze Jahr abseits des Kompanielebens eigene Programmpunkte anbietet. Das alles in zivil, und somit

konzentrierte sich ihr Auftrag bei Schützenumzügen auf das durchaus wichtige Bejubeln

der marschierenden Schützenbrüder. Aber diese Damenriege ist gar nicht das Thema

dieses Aufsatzes.

Denn in 2017 erklommen einige engagierte junge Damen der Sportschützenabteilung die

nächste Eskalationsstufe und klopften an die Türen der inzwischen über 180 Jahre alten

Männerwelt. Sie machten deutlich, dass das mit dem Jubeln am Straßenrand auf die Dauer

keine Lösung sei und begehrten ebenfalls den Eintritt in die Kompanien mit allen Rechten,

Pflichten und Schützenuniform.

Der gesamte Vorstand der Bünder Schützengesellschaft ist für seine Lebenserfahrung

bekannt. Deshalb erkannte er nach anfänglichem Entsetzen die Chancenlosigkeit jeden

Aufbegehrens und sorgte umgehend für die Umsetzung. Allerdings unter folgenden

Bedingungen: Keine extra Damenkompanie, keine Abweichungen in der Uniform und keine

Rücksicht auf Frisuren bei den Schützenmützen.

Das Ergebnis: Das Bataillon ist stolz auf seine weiblichen Schützen, Feldwebel und wohl

auch irgendwann Offiziere. Das anfängliche Entsetzen ist in Begeisterung umgeschlagen

und Damen in der Uniform der Bünder Schützengesellschaft sind völlig selbstverständlich.

Vereinsarbeit Vereinsarbeit heißt Vereinsarbeit ……. zu Recht! Die Bünder Schützengesellschaft ist ein Verein gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch und zudem aufgrund seiner Ausrichtung in steuerlicher Hinsicht privilegiert. Einen solchen Traditionsverein zu führen macht Arbeit. Sehr viel Arbeit. Und diese wird auf viele Schultern verteilt. So gibt es Funktionen und Gremien wie in Satzung und Vereinsrecht vorgeschrieben. Dazu zählen insbesondere der Geschäftsführende und der Erweiterte Vorstand. Aber es gibt zusätzlich feste Arbeitsgruppen und Ausschüsse wie die sogenannte Majorsrunde, die Hauptmannsrunde, der Ältesten- und Ehrenrat und der Festausschuss. Und es begegnen uns Sonderfunktionen wie Schießmeister, Verbindungsoffizier, Presseoffizier, Sportleiter und Sozialwartin nebst Assistenten für Schatzmeister und Verwaltung. Wie so oft, finden sich auch in der Bünder Schützengesellschaft häufig mehrere Schützenmitglieder in unterschiedlichen Funktionen wieder. Vereinsarbeit heißt eben Vereinsarbeit.
Hier gehts weiter…… Hier gehts weiter……
ADRESSE Steinmeisterstraße 13-15 Postfach 2925 32229 Bünde
KONTAKT email: info@bsg1838.de
copyright H.-W.Wöhrmann

Dienstgrade in der Schützengesellschaft

Alberner Militarismus oder gelebte Tradition?

Zugegeben, es ist nicht ganz einfach, Außenstehenden zu erklären,

warum es in einem Schützenverein Dienstgrade gibt. Die einfachste

Antwort wäre: Das ist halt so! Aber um es besser zu verstehen, blicken

wir auch hierzu etwas in die Geschichte der Schützenvereine. Diese

finden ihren Ursprung zu Anfang des 19. Jahrhunderts oder sogar

schon früher. Der Gründungszweck war das Vorhalten einer

„kommunalen Bürgerwehr“ zum Schutz der Familien eines Ortes.

Diese konnten ihren Auftrag natürlich nur in einer hierarchischen

Organisationstruktur erfüllen, und schon sind wir bei den

Dienstgraden.

Heute ist der Bürgerschutz dem Schießsport, der Traditions- und

Heimatpflege, der Netzwerkbildung und der Geselligkeit gewichen.

Geblieben sind allerdings die historischen Uniformen mit den

Rangabzeichen und die militärisch anmutenden

Organisationsstrukturen.

Dienstgrade sind heue nur noch sichtbarer Ausdruck der Länge von

Vereinszugehörigkeit, Engagement und der Bereitschaft, sich in die

Schützengesellschaft durch Übernahme von Funktionen einzubringen.

Die Beförderungen sind somit ein willkommenes Instrument,

öffentlich zu würdigen und zu motivieren.

In der Bünder Schützengesellschaft heißt der Einstiegsdienstgrad

„Schütze“. Während der weiteren Karriere werden die

Dienstgradgruppen „Gefreiter“ und „Unteroffizier“ durchlaufen. Jahre

später, einhergehend mit der Erwartung, dass man zum Beispiel eine

Debütantenrede hält und besonders hart um die Königswürde ringt,

kann der Ruf ins Offizierscorps erfolgen.

Aber: Beförderungen unterliegen keinem Automatismus. Darüber

entscheidet alljährlich ein Beförderungsausschuss.

Die Uniform der Bünder Schützen

Das Bünder Schützengrün ist schwarz

Nicht nur außerhalb der eigenen Stadtgrenzen werden die

Bünder Schützen auf ihre Uniformen angesprochen, welche

sich von denen anderer Schützenvereine der Region oftmals

sehr unterscheiden. Deshalb hier ein kurzer Ausflug in die

Geschichte dieser Uniform, bei der auch die Vereinsfarben rot

und weiß eine große Rolle spielen.

Der Anzug

Schon bei Gründung der Bünder Schützengesellschaft wurde

ein einheitliches Auftreten der Schützenbrüder festgelegt.

Abgesehen davon, dass so ein straff organisierter

Schützenverein natürlich eine Uniform brauchte, wurde damit

ein tiefer liegender sozialer Aspekt verfolgt. Der Schützenverein

sollte nämlich allen Bürgern, unabhängig von ihrem sozialen

Stand, gleichermaßen offenstehen. Und damit hierbei nicht

schon an der Kleidung eventuelle Unterschiede erkennbar

wurden, sollten alle gleich aussehen. Also Uniform zur

Verhinderung von Ausgrenzung.

Dieser Anspruch wurde in Bünde ganz pragmatisch durch die

Erkenntnis umgesetzt, dass damals Jedermann über einen

schwarzen Anzug bzw. Gehrock verfügte. Also kürte man

diesen kurzerhand zum Schützenanzug, und schon war die

Bekleidungsfrage gelöst.

Offiziere erhielten zudem eine Schärpe in den Farben der

Bünder Schützen, also rot und weiß, welche auf schwarzem

Tuch besonders gut zur Geltung kamen und sie durften

außerdem einen Degen tragen. Letzterer wurde schon vor

vielen Jahren abgeschafft. Heute dürfte er gem. aktuellem

Waffenrecht auch nicht mehr zugelassen sein.

Die Schützenmütze

Man beauftragte den örtlichen Mützenmacher Witte damit,

eine einheitliche Kopfbedeckung zu entwerfen. Von diesem

stammt also, passend zum schwarzen Anzug, das Modell eines

schwarzen Tschakos mit dem markanten weiß-rot-weißen Band

und hochglänzendem schwarzen Mützenschirm. Die

Vorderseite der Mütze ziert eine Hoheitskokarde in den Farben

schwarz /rot /weiß nach dem Vorbild damaliger

Uniformmützen und ein stilisiertes Eichenlaub als Symbol für

die Tugenden des Schützenwesens, nämlich Treue, Ehre und

Standhaftigkeit. Und genau so wird diese Mütze noch heute

ausschließlich nur für die Bünder Schützen hergestellt und stolz

von ihnen getragen.

Die Uniform heute

Diese Grundform der Bünder Schützenuniform wurde im Laufe

der Jahrzehnte in Details immer mal wieder modischem

Empfinden oder allgemeinen Gepflogenheiten des

Schützenwesens angepasst. So tragen die Dienstgradgruppen

Schütze und Unteroffizier den schwarzen Anzug wie

beschrieben, die Offiziere in Abwandlung bei besonderen

Anlässen einen Stresemannanzug, Schärpe und weiße

Handschuhe und bei dem besonders festlichen Winterball den

Gesellschaftsanzug.

Heute gilt die Bünder

Schützenuniform als eines der

traditionellen Markenzeichen unserer

Gesellschaft.

Damen in Schützenuniform

Von Entsetzen bis Begeisterung

Die aktive Mitgliedschaft in der Bünder

Schützengesellschaft von 1838 e. V. war in den

ersten 160 Jahren ihrer Geschichte ausschließlich

den Herren der Schöpfung vorbehalten. Und das

obwohl die Damenwelt in dem Vereinsleben von

Anbeginn eine große Rolle gespielt hat. Dabei

denken wir zuerst an die lange Reihe bezaubernder

Königinnen, welche alljährlich Seine Majestät bei

seinen schweren Aufgaben unterstützt haben und

natürlich die vielen hübschen Hofdamen in ihren

festlichen Kleidern. Natürlich dürfen wir die

Schützenschwestern nicht vergessen, welche

schon immer in der Sportschützenabteilung große

Erfolge erzielen konnten.

Im Laufe der Jahre entstand allerdings der Wunsch

vieler unserer Schützendamen, aktiver an der

Gestaltung des Schützenlebens teilzuhaben und

Mitgliedschaft zu erwerben. Daraus entwickelte

sich mit den Jahren die sogenannte Damenriege,

welche das ganze Jahr abseits des

Kompanielebens eigene Programmpunkte anbietet.

Das alles in zivil, und somit konzentrierte sich ihr

Auftrag bei Schützenumzügen auf das durchaus

wichtige Bejubeln der marschierenden

Schützenbrüder. Aber diese Damenriege ist gar

nicht das Thema dieses Aufsatzes.

Denn in 2017 erklommen einige engagierte junge

Damen der Sportschützenabteilung die nächste

Eskalationsstufe und klopften an die Türen der

inzwischen über 180 Jahre alten Männerwelt. Sie

machten deutlich, dass das mit dem Jubeln am

Straßenrand auf die Dauer keine Lösung sei und

begehrten ebenfalls den Eintritt in die Kompanien

mit allen Rechten, Pflichten und Schützenuniform.

Der gesamte Vorstand der Bünder

Schützengesellschaft ist für seine Lebenserfahrung

bekannt. Deshalb erkannte er nach anfänglichem

Entsetzen die Chancenlosigkeit jeden

Aufbegehrens und sorgte umgehend für die

Umsetzung. Allerdings unter folgenden

Bedingungen: Keine extra Damenkompanie, keine

Abweichungen in der Uniform und keine Rücksicht

auf Frisuren bei den Schützenmützen.

Das Ergebnis: Das Bataillon ist stolz auf seine

weiblichen Schützen, Feldwebel und wohl auch

irgendwann Offiziere. Das anfängliche Entsetzen ist

in Begeisterung umgeschlagen und Damen in der

Uniform der Bünder Schützengesellschaft sind

völlig selbstverständlich.

Vereinsarbeit Vereinsarbeit heißt Vereinsarbeit ……. zu Recht! Die Bünder Schützengesellschaft ist ein Verein gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch und zudem aufgrund seiner Ausrichtung in steuerlicher Hinsicht privilegiert. Einen solchen Traditionsverein zu führen macht Arbeit. Sehr viel Arbeit. Und diese wird auf viele Schultern verteilt. So gibt es Funktionen und Gremien wie in Satzung und Vereinsrecht vorgeschrieben. Dazu zählen insbesondere der Geschäftsführende und der Erweiterte Vorstand. Aber es gibt zusätzlich feste Arbeitsgruppen und Ausschüsse wie die sogenannte Majorsrunde, die Hauptmannsrunde, der Ältesten- und Ehrenrat und der Festausschuss. Und es begegnen uns Sonderfunktionen wie Schießmeister, Verbindungsoffizier, Presseoffizier, Sportleiter und Sozialwartin nebst Assistenten für Schatzmeister und Verwaltung. Wie so oft, finden sich auch in der Bünder Schützengesellschaft häufig mehrere Schützenmitglieder in unterschiedlichen Funktionen wieder. Vereinsarbeit heißt eben Vereinsarbeit.
Hier gehts weiter…… Hier gehts weiter……